
Fernlernen bietet Freiheit, doch mit dieser muss man auch umgehen können, damit diese nicht zur Falle wird. Dass Fernlernende Eigenmotivation und Selbstdisziplin brauchen, steht außer Frage. Wenn aber keine Anwesenheit vor Ort erforderlich ist und keine Kontrollen stattfinden, ist der Weg zur Prokrastination oft kurz. Ein Telefonat zwischendurch, anfallende Arbeiten im Haushalt und andere Ablenkungen sorgen dafür, dass die Lernunterlagen unangetastet bleiben.
So kann sich schnell ein Rückstand ergeben, der die sogenannte Aufschieberitis noch weiter verstärkt. Je länger die Lernpause ausfällt und je mehr nachzuholen ist, desto schwerer fällt es, sich aufzuraffen. Damit dein Fernlernprojekt nicht scheitert, findest du hier 5 effektive Strategien gegen Prokrastination im Fernstudium.
1. Nutze die 5-Minuten-Regel!
Wenn du zum Prokrastinieren, also Aufschieben, neigst, ist es wichtig, endlich anzufangen. Hier kann dir die 5-Minuten-Regel helfen. Nimm dir dazu vor, dich nur 5 Minuten dem Lernen zu widmen. Ein entsprechendes Zeitfenster lässt sich leicht finden. Die Ausrede, dass du keine Zeit zum Lernen hast, gilt somit nicht. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass man typischerweise länger lernt und so aus fünf Minuten durchaus eine halbe Stunde wird.
2. Greife auf die bewährte Pomodoro-Technik zurück!
Wenn du dir im Rahmen deiner Routine Zeit zum Lernen nimmst, kannst du von der bewährten Pomodoro-Technik profitieren. Diese sieht vor, in Blöcken von jeweils 25 Minuten konzentriert zu lernen. Dazwischen legst du jeweils fünf Minuten Pause ein. Nach vier Lernblöcken kannst du dir eine etwas längere Pause gönnen. So kannst du effizient und konzentriert lernen. Insbesondere für Fernlernende, die ihre Zeit optimal nutzen müssen, ist diese Herangehensweise überaus vorteilhaft.
3. Setze dir kleine Zwischenziele!
Zu Beginn eines Fernkurses oder auch zu Semesterbeginn im Fernstudium kann der umfangreiche Lernstoff überwältigend sein und ein Gefühl der Überforderung auslösen. Du hast einen enormen Berg vor dir und musst auf eigene Faust zurechtkommen. Wichtig ist, dass du nicht den Mut verlierst, sondern das Fernlernen strategisch angehst. Indem du dir Zwischenziele setzt und den Lernstoff beispielsweise portionierst, musst du nur Etappe für Etappe bewältigen. So kommst du Schritt für Schritt dem Lernziel näher.
4. Ziehe unangenehme Aufgaben vor!
Halten dich unliebsame Aufgaben davon ab, mit dem Lernen zu beginnen? Dann ist es wichtig, dass du diese Hürde nimmst und dich aufraffst. Widme dich zuerst der unangenehmen Aufgabe, die dich am meisten Überwindung kostet. Sobald du diese erledigt hast, kannst du motiviert fortfahren und das Lernen entspannter angehen.
5. Reduziere Ablenkungen!
Für die Konzentration sind Ablenkungen ein absolutes No-Go. Das griffbereite Handy, Radio oder der Blick auf einen Wäscheberg können echte Hindernisse sein. Um effektiv lernen zu können, musst du aber den Kopf frei haben. Daher ist es wichtig, Ablenkungen zu vermeiden. Dringende Arbeiten im Haushalt solltest du daher vorab erledigen. Außerdem solltest du für eine möglichst störungsfreie Umgebung sorgen. Es ist hilfreich, eine feste Lernroutine zu etablieren. Mache dein Fernstudium oder deinen Fernkurs zu einem festen Termin. Das betreffende Zeitfenster gehört dann ausschließlich dem Fernlernen.
Prokrastination: Darum handelt es sich bei der sogenannten Aufschieberitis
Mir helfen die genannten Strategien, obgleich ich mich vom Prokrastinieren nicht freisprechen kann. Entscheidend ist, dass man dennoch konsequent und regelmäßig lernt. So kommt man dem angestrebten Abschluss Schritt für Schritt näher.
Darüber hinaus kann es auch hilfreich sein, sich zu vergegenwärtigen, worum es sich bei der Prokrastination handelt. Es hilft schließlich nichts, sich wegen der vermeintlich fehlenden Disziplin schlecht zu fühlen und so die Motivation zu verlieren. Stattdessen tust du gut daran, hinter die Fassade zu blicken und dem Phänomen der Prokrastination auf den Grund zu gehen.
Der Begriff Prokrastination leitet sich von dem lateinischen Wort procrastinatio ab, das mit Vertagung oder Aufschub übersetzt werden kann. Darin liegt bereits der Kern der Prokrastination, denn diese zeichnet sich dadurch aus, dass Aufgaben unnötigerweise vertagt beziehungsweise aufgeschoben werden. Daher ist umgangssprachlich auch die Rede von Aufschieberitis. Dabei handelt es sich aber nicht um bloße Faulheit, sondern eine echte Störung. Das gilt zumindest dann, wenn Aufgaben extrem aufgeschoben werden und dadurch ein echter Leidensdruck entsteht.
Wenn Aufgaben aufgeschoben werden, obwohl es die Gelegenheit gab, diese zu erledigen, und die betreffende Person auch die erforderlichen Fähigkeiten besitzt, wird dieses Verhalten als Prokrastination bezeichnet. Man widmet sich anderen Aufgaben, obwohl es eigentlich Zeit zum Lernen ist. Selbstbestimmtes Arbeiten beziehungsweise Lernen sorgt für eine Anfälligkeit in Sachen Prokrastination. Dementsprechend sind Fernlernende besonders häufig betroffen.
Wenn Fernlernende prokrastinieren, tun sie nicht das, was sie eigentlich tun sollten. Das Lernen bleibt auf der Strecke. Das Selbstwertgefühl kann darunter leiden, sodass es zu einer Beeinträchtigung des psychischen Wohlbefindens kommt. Außerdem ist der Lernerfolg gefährdet, was mitunter negative Konsequenzen im beruflichen Werdegang nach sich ziehen kann.
Effektive Strategien gegen ständiges Aufschieben sind immens wichtig. Gleichzeitig solltest du dich nicht zu sehr unter Druck setzen. Du musst den für dich richtigen Weg finden, um das Fernstudium beziehungsweise den Fernlehrgang zu meistern – in deinem Tempo.
